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 Arzt oder nicht Arzt, was ist der Unterschied?
In der Theorie unterscheidet sich ein ärztlicher Homöopath kaum von einem nichtärztlichen Homöopathen. Beide haben die Methode der Homöopathie gelernt, die nicht auf technischem Verfahren (Röntgenbild, -skopien, Laboruntersuchungen, ...) sondern auf der sehr genauen Beobachtung des Patienten beruht. Die Semeiologie (die Zeichen) ist der Schlüssel zu der Homöopathie.

Ein Arzt, der neu mit Homöopathie anfängt, geht zuerst oft durch eine schwierige Phase. Es scheint, dass er alles vergessen muss, was er auf der Universität gelernt hat. Doch hat ihn sein Studium lange auf die genaue Beobachtung geschult. Er wurde dazu trainiert, den Unterschied zwischen den Phänomenen zu machen, zu "differenzieren". Die Gewohnheit die kranke Person in seiner Körperlichkeit (Hautfarbe, Stuhl, Muskeltonus, Geruch,....) und in seinem psychischem Verhalten bewusst wahrzunehmen ist eine gute Vorbereitung für die Homöopathie.

Wieso zu einem Heilkundigen? Viele Patienten haben das Vertrauen in die Medizin - und die Ärzte allgemein - verloren . Es ist deswegen verständlich, dass sie lieber zu einem Therapeuten, der nichts mit der Schulmedizin zu tun hat, gehen. Mit einem "Heilpraktiker" assoziiert man gern einen unkomplizierten direkten Umgang. Der "Herr Doktor" fällt weg.
 
Kann er das ? Die ersten Homöopathen waren alle ÄrztInnen. Inzwischen sind neue Generationen von nichtärztlichen Homöopathen aufgetaucht, mit viel Eifer, Wissen und Know-how: Georges Vithoulkas in Griechenland, Henny Heudens in Belgien, Anna Zaren in Kalifornien sind einige davon. Das Hauptproblem für die Krankenkassen und die Gesundheitsbehörden war sehr lange, dass die Nicht-Ärzte  keine kontrollierte Ausbildung hatten. Die Entstehung von professionellen Verbänden mit einem hohen Standard (wie der HVS) sollte helfen, echte Profis von Amateuren zu trennen. 

Was kann ein Arzt für Homöopathie spezielles bieten? Er ist - das wird oft vergessen - auch ein "echter Doktor". Er  kann  seinen Patienten selber untersuchen, darf eine Diagnose stellen,  Extrauntersuchungen verordnen, Medikamente verschreiben, in Spital einweisen, Gutachten und Zeugnisse schreiben. Also muss kein anderer Arzt es extra tun. Da die Homöopathie die ganzheitliche Methode par Excellence ist, ist er de facto  ein Grundversorger. Seine jährliche Fortbildung beinhaltet 30 Stunden Schulmedizin (die er ja 10 bis 20 Jahre lang studiert / praktiziert hat ) so dass er sich in den "beiden Welten" zurechtfinden kann. Mit dem extremen Fortschritt der modernen Medizin, ist es nicht mehr möglich alles nur alternativ zu behandeln. Warum z.B. auf eine Hüftprothese zu verzichten, wenn man Tag für Tag mit Schmerzen hinkt? Der homöopathischer Arzt hat, gerade in einer Zeit, wo Alternative und Schulmedizin sich näher kommen, eine zentrale Stelle. Er ist auch für viele skeptische Kollegen ein Beweis dafür, dass Komplementärmedizin nicht gleich wie Quacksalberei ist. Wenn ein Arzt eine Mittelohr - oder eine Nierenentzündung ohne Antibiotika behandelt zwingt zur Überlegung: wieso würde er seinen Ruf riskieren, wenn das Unternehmen so sinnlos wäre? Letztlich  können viele Patienten nicht einfach auch ihre Medikamente (Cortison, Blutdruckmittel, Psychopharmaka,...) verzichten. Es wäre sogar gefährlich. Ein homöopathischer  Arzt kennt die Wirkung dieser Medikamenten und wie man damit umgehen soll. Er weiss bestens wo die Grenzen der homöopathischen Kunst sind.

Fazit: Jeder Patient sollte selber entscheiden, welche Erwartungen er an seinen Homöopathen hat.

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