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Grippe
 

"Grippe" kommt von einem alten französischen Wort (XIII), welches ursprünglich Raub und Streit bedeutet hat. "Prendre en grippe" hiess, jemanden nicht zu mögen. Erst später bezeichnete es eine plötzlich ausbrechende Krankheit. Weiter ist es mit dem Altwort  "gripan" (frq.) verwandt, das für "greifen" oder "angreifen"  steht. Auf English redet man von Influenza: das Wort geht zurück auf die Grippe  in Italien um 1742. Die Italiener meinten, die Kälte sei daran schuld ("un influenza di freddo"). Das Wort blieb in der englischen Sprache. So heisst heutzutage der Virus der Grippe: Myxovirus Influenzae.

Die Grippe ist eine Epidemie (epi = auf, demos = das Volk), die sich wellenartig ausbreitet, um in einer kurzen Zeit eine grosse Zahl von Menschen anzugreifen. Die "spanische Grippe" von 1919 betraf die Hälfte der Weltbevölkerung. 

Die Ansteckung geschieht durch winzige Tropfen: wenn man redet, hustet, niest, spuckt, oder sich die Nase putzt. Die Tropfen können einige Zeit in der Luft bleiben, und dann inhaliert oder geschluckt werden. Lebensmittel, Zahnbürste und Taschentuch können den Virus weitertragen.

Der Auslöser der Grippe ist ein Virus: im Gegensatz zu einem Bakterium verursacht ein Virus kein Eiter und reagiert auch nicht auf Antibiotika. Es greift immer die gleichen Zielorgane an und vermehrt sich auf Kosten jener Zellen, die es dann zerstört. Bei der Grippe sind die Zielorgane die Nase, der Rachen und der Kehlkopf. Sie ist also eine lokale Krankheit der oberen Atemwege. Doch durch die zahlreichen toten Zellen und die freigesetzten Gifte (Toxine) entsteht eine Art Körpervergiftung, die allgemeine Symptome wie Fieber, Gliederschmerzen und Müdigkeit zur Folge hat.

Was diesen Virus noch spezieller macht, ist seine Fähigkeit, sich ständig zu verändern (Mutation). Je nach Ort an dem die Infektion begonnen hat, redet man von Sidney-, Honkong-, oder spanischer Grippe.  Darum muss sich der Körper jedes Jahr mit einer neuen Grippe auseinandersetzen. Es entsteht keine Immunität (Schutz) gegenüber den Mutanten. Deshalb ist auch die Vorbereitung eines Impfstoffes sehr schwierig, weil man immer um eine Mutation zu spät ist. 

Wie sieht der Ablauf einer Grippe aus?  Nach der Ansteckung durch die Tropfen, folgt die Inkubation : 2-3 Tage lang, in aller Stille, vermehren sich die Viren und dringen in alle Gewebe der oberen Atemwege ein. Sind die Viren zahlreich genug und die Zellenzerstörung schon fortgeschritten, meldet sich jetzt die Krankheit : Unwohlgefühl, Frösteln, Schmerzen hinter den Augen, in der Haut und in den Muskeln (wie ein Muskelkater) sind oft die Vorzeichen (Prodrome). In der akuten Phase (2-4 Tage) wird der Patient plötzlich von hohem Fieber (bis 39-40°) überfallen, mit Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. Der Patient will nur noch eins : in Ruhe liegen. Die Atemwegsymptome sind relativ diskret: die Nase läuft, trockener Husten, leichte Heiserkeit. Vielmehr stören die Muskelschmerzen, welche auch die Gelenke betreffen können. Der Patient hat keinen Appetit, selten ist es ihm schlecht und er muss erbrechen. Der Schlaf ist meistens gestört. In der Heilungsphase (3-4 Tage) verschwinden die Symptome ebenso plötzlich. Es folgt die Rekonvaleszenz, wo der Patient sich noch müde fühlt. Bald kommt die Energie wieder und die Heilung ist definitiv.

In gewissen Fällen bleibt er doch noch wochenlang kraftlos: dies ist die postgrippale Asthenie
(= ohne Kraft). Der Patient fühlt sich schwer, ohne Elan, immer müde und erschöpft, manchmal sogar deprimiert. Wie entsteht diese Asthenie ? Wie wir vorher gesehen haben liegt das Hauptproblem nicht in der Infektion, sondern viel mehr in der Überschüttung des Körpers mit Abfällen und Toxinen. Die Reinigung dieses Schlachtfeldes ist eine riesige Arbeit, die nur gut abläuft, wenn die Ausscheidungsorgane (lymphatisches System, Nieren, Leber, Haut) optimal funktionieren. Fieber, Fasten, Schwitzen und Ruhe sind auch sehr wichtige Elemente für eine rasche Heilung. Unter solchen Bedingungen ist die Grippe eine gute Grippe. Durch diese gratis Superentgiftung fühlt man sich nachher wie neugeboren.

Komplikationen : greift der Virus tiefer in die Atemwege ein, kann eine blitzschnelle (fulminante) grippale Lungenentzündung entstehen. Diese sehr seltene Komplikation ist oft tödlich. Die grippale Bronchopneumonie (mit Atemschwierigkeiten und Brustschmerzen) schliesst die Bronchien mit ein :sie entwickelt sich langsamer, dauert 2-3 Wochen, kann aber auch fatal sein. Eine gewöhnliche Lungenentzündung kann in der Rekonvaleszenz vorkommen, wenn eine bakterielle Infektion dazukommt.

Wann ist man ansteckend ? In der Inkubation und bis zum Ende der akuten Phase.

 

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